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Julia Harms mit Babybauch, im Profil, vor Naturhindergrund - als Hintergrundbild

Meine Geschichte

​​Ich wuchs als ältestes von drei Kindern in einer Familie auf, in der eigentlich vieles hätte gut sein können. Nach außen waren viele Grundvoraussetzungen da – und trotzdem prägten Konflikte, Überforderung und starke Emotionen unseren Alltag.

Als ich sechs Jahre alt war, veränderte sich vieles in unserer Familie. Meine Mutter begann unter Depressionen zu leiden und war mit ihrem Leben sehr unzufrieden. Mein Vater war beruflich viel unterwegs und konnte vieles nicht auffangen. So übernahm ich schon früh Verantwortung – für meine Geschwister, aber auch emotional für meine Mutter.

Ich entwickelte feine Antennen für die Stimmungen und Bedürfnisse anderer, wollte helfen, Harmonie herstellen und meine Mutter glücklich machen. 

Nach außen funktionierte ich. Ich war früh in der Rolle der kleinen Erwachsenen und übernahm Verantwortung, die eigentlich nicht meine war. Ich wurde sehr gut darin, die Bedürfnisse und Gefühle anderer wahrzunehmen – doch erst später erkannte ich, dass ich dabei die Verbindung zu mir selbst verloren hatte.

Erst in meiner eigenen Rolle als Mama wurde mir bewusst, wie sehr mich meine Erfahrungen aus der Kindheit geprägt hatten. Gerade in stressigen Situationen mit meinen Kindern kamen Gefühle und Reaktionen hoch, die sich viel größer anfühlten, als es die eigentliche Situation vermuten ließ.

Ich erkannte, dass ich nicht nur auf den Moment selbst reagierte, sondern auch auf Gefühle wie Überforderung und Hilflosigkeit, die ich bereits als Kind erlebt hatte. Dabei wurde mir bewusst: Obwohl ich doch eigentlich alles anders machen wollte, wurden manche alten Muster in mir aktiviert.

Mama zu sein war mein absoluter Herzenswunsch – und gleichzeitig brachte diese Rolle meine eigenen Themen ans Licht.

Es gab Momente, in denen ich nach einem stressigen Morgen mit meinen Kindern im Auto saß und mich fragte:

Warum triggern mich manche Situationen so sehr?
Warum reagiere ich manchmal anders, als ich es eigentlich möchte?
Warum fällt es mir manchmal so schwer, die liebevolle und geduldige Mama zu sein, die ich sein möchte?

Die Schuldgefühle danach waren oft kaum auszuhalten.

Ich begann zu verstehen, dass viele meiner starken Reaktionen nicht nur mit der aktuellen Situation zu tun hatten, sondern auch mit verletzten kindlichen Anteilen in mir, die sich früher überfordert, hilflos und allein gefühlt hatten.

Diese Erkenntnis hat mein Leben verändert.

Obwohl ich bereits mein Studium für Gymnasiallehramt abgeschlossen und viele Jahre als Lehrerin an einer Hamburger Privatschule gearbeitet hatte, wurde mir bewusst, dass mir etwas Entscheidendes gefehlt hatte: das Wissen darüber, wie sehr unsere eigenen Prägungen und inneren Verletzungen unsere Beziehungen beeinflussen können.

Denn gerade in unseren engsten Beziehungen – und besonders auch in der Beziehung zu unseren Kindern – werden oft die Themen sichtbar, die in uns noch gesehen und verstanden werden möchten.

Deshalb begann ich, mich erneut intensiv mit Persönlichkeitsentwicklung auseinanderzusetzen. Ich absolvierte eine umfangreiche Ausbildung zum systemischen NLP-Practitioner-Coach, eine Weiterbildung zum Kinder- und Jugendcoach und Fortbildungen im Bereich Gewaltfreie Kommunikation.

Ich begann, mich meinen eigenen kindlichen Anteilen zuzuwenden und besser zu verstehen, warum bestimmte Situationen mit meinen Kindern so starke Gefühle in mir auslösten. Schritt für Schritt lernte ich, meine Gefühle bewusster wahrzunehmen, ihnen Raum zu geben und mich selbst mit mehr Verständnis und Mitgefühl zu betrachten.

So kam ich immer mehr an die Wurzeln meiner Verletzungen und begann, alte Muster bewusst zu verändern.

Außerdem beschäftigte ich mich intensiver mit dem Thema Nervensystem und erkannte, dass ich mich bereits seit meiner Kindheit häufig in einem Zustand des Funktionierens und Durchhaltens befunden hatte.

Indem ich lernte, meine Bedürfnisse besser wahrzunehmen und für mich einzustehen, fand ich Schritt für Schritt wieder mehr Verbindung zu mir selbst und meinem Körper.

Dieser Weg war nicht immer leicht. Aber er war unglaublich befreiend.

Heute erkenne ich schneller, wenn alte Muster aktiviert werden. Ich kann meine Gefühle – und auch die Gefühle meiner Kinder – besser halten und schaffe es immer öfter, mich selbst zu regulieren und so zu reagieren, wie es wirklich meinen Werten entspricht.

Und genau das verändert nicht nur mich, sondern auch die Beziehung zu meinen Kindern.

Ich habe verstanden:

Es geht nicht darum, perfekt zu sein oder nie wieder Fehler zu machen. Es geht darum, die eigenen Wunden anzuschauen, Verantwortung für sich selbst und die eigenen Gefühle zu übernehmen und bewusst neue Wege zu gehen.

Genau auf diesem Weg möchte ich heute andere Mamas begleiten.

Denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schmerzhaft es sein kann, sich immer wieder selbst nicht so zu erleben, wie man eigentlich sein möchte. Und ich weiß auch, wie viel sich verändern kann, wenn wir beginnen, unsere eigene Geschichte zu verstehen und alte, generationsübergreifende Muster zu durchbrechen.

Wenn du dich in meiner Geschichte wiedererkennst, möchte ich dir sagen:

Du bist nicht allein.
Veränderung ist möglich.

Du kannst lernen, dich selbst besser zu verstehen, alte Muster loszulassen und Schritt für Schritt mehr Leichtigkeit, Verbindung und emotionale Freiheit in dein Leben und deine Familie zu bringen.

 

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